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Überschuldung: Finanzbegriff des Monats

19.11.2019

Einmal im Monat stellen wir unseren „Finanzbegriff des Monats“ vor. Unser Ziel ist es, Ihnen als Leser grundlegende Begriffe und Abläufe der Finanzbranche fundiert und verständlich näherzubringen. Diesen Monat richten wir unseren Blick auf den Begriff "Überschuldung".


Es ist ein unangenehmes Thema, über das niemand gerne spricht: Überschuldung. Aktuelle Zahlen belegen, dass es sich um ein weit verbreitetes Phänomen handelt, das viele Bürger betrifft. Laut dem Schuldner Atlas 2018 liegt die Überschuldungsquote in Deutschland bei 10,04%, das entspricht 6,9 Millionen Bürgern. 


Was bedeutet Überschuldung?


Per Definition bedeutet eine Überschuldung, dass ein Schuldner seine Verbindlichkeiten nicht mehr durch sein Vermögen oder seine zu erwartenden Verdienste decken kann. Wer seine Schulden also nicht durch seine Rücklagen und sein Einkommen bezahlen kann, ohne seine Grundversorgung zu gefährden, gilt als überschuldet. Häufig wird auch von einer Zahlungsunfähigkeit gesprochen.


Im Gegensatz dazu spricht man von einer Verschuldung, sobald man einen Kredit aufnimmt, eine Ratenzahlung vereinbart oder sich kleinere Beträge leiht. Eine Überschuldung entsteht also erst, wenn die vereinbarte Rückzahlung mittel- und langfristig nicht möglich ist.


Wie kommt eine Überschuldung zustande?


Für Überschuldungen gibt es die verschiedensten Ursachen. Natürlich gibt es dafür je nach Einzelfall unterschiedliche Erklärungen und Gründe. Häufig führt auch ein Zusammenspiel von mehreren Ursachen zu einer Überschuldung.


  • Arbeitslosigkeit/Einkommensverlust: Eine häufige Variante. Wer plötzlich seinen Job verliert, ist mit der ungewohnten Situation oft überfordert. Ohne Rücklagen kann es schnell zur Überschuldung kommen.

  • Trennung: Wenn sich Familien oder Paare trennen, geht es leider oft ums Geld. Nicht selten gibt es dabei Verlierer.

  • Konsumverhalten: Über die eigenen Verhältnisse leben? Das führt häufig dazu, dass sich Menschen überschulden.

  • Gescheiterte Selbstständigkeit: Wer alles auf eine Karte setzt und damit scheitert, steht oft ohne Sicherheiten da. 

  • Erkrankung/Unfall: Man kann plötzlich nicht mehr seiner gewohnten Arbeit nachgehen. Ohne Absicherung kann es auch hier zur Überschuldung kommen.

  • Mieten: Der Schuldner Atlas führt explizit die steigenden Mietkosten in Deutschland als Ursache für die steigende Überschuldungsquote an.



So vermeiden Sie eine Überschuldung 


Die beste Strategie um eine Überschuldung zu vermeiden, ist natürlich, dass Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen. Doch es gibt Situationen im Leben, in denen das leichter gesagt ist als getan.


Ein erster wichtiger Schritt zur Einnahmen-Ausgaben Kontrolle ist ein regelmäßiger Überblick über die eigenen Finanzen. Die Führung eines Haushaltsbuchs und die Erstellung eines Haushaltsplans können da helfen.


Für unvorhergesehene Ausgaben empfiehlt es sich nach dem Motto „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“ vorzusorgen. Die besten Spartipps haben wir dazu in einem eigenen Beitrag gesammelt. 


Übrigens erhöht die Aufnahme eines Ratenkredits das Überschuldungsrisiko nur in den wenigsten Fällen. Laut dem aktuellen Kredit-Kompass 2019 der Schutzgemeinschaft für allgemeines Kreditsicherung (SCHUFA) werden in Deutschland 97,9% der ausgegebenen Ratenkredite ordnungsgemäß zurückgezahlt.
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