Kreditkarte

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Kreditkarte bezahlen Sie jetzt und begleichen die gesammelten Umsätze später.
  • Wer die Abrechnung jeden Monat vollständig ausgleicht, zahlt in der Regel keine Zinsen.
  • Teilzahlung, Bargeldabhebungen und Fremdwährung sind die häufigsten Kostenfallen.
  • Für Karten mit Kreditrahmen prüft der Herausgeber Ihre Bonität.
  • Eine verlorene Karte sollten Sie sofort sperren lassen, zum Beispiel über den Sperr-Notruf 116 116.

Eine Kreditkarte ist eine Zahlungskarte mit eigenem Kreditrahmen: Sie bezahlen im Geschäft, online oder auf Reisen, und der Herausgeber stellt Ihnen die Umsätze später gesammelt in Rechnung. Gleichen Sie die Monatsabrechnung vollständig aus, fallen in der Regel keine Zinsen an. Teuer wird es vor allem bei Teilzahlung, Bargeldabhebungen und Zahlungen in fremder Währung. Welche Karte zu Ihnen passt, hängt davon ab, wofür und wie oft Sie sie nutzen. Hier beantragen Sie Ihre Kreditkarte direkt über uns.

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So funktioniert eine Kreditkarte

Jede Kreditkarte hat einen Kreditrahmen, auch Kreditlimit oder Verfügungsrahmen genannt. Das ist der Betrag, den Sie bis zur nächsten Abrechnung höchstens ausgeben können. Der Herausgeber legt ihn nach Ihrer Bonität fest, also nach Einkommen, Ausgaben und Schufa-Daten. Auf Antrag kann er ihn später anpassen.

Ausgegeben werden Kreditkarten von Banken und spezialisierten Kartenherausgebern. Die Kartenorganisation, etwa Visa, Mastercard oder American Express, stellt das Netz bereit, über das die Zahlung läuft. Deshalb funktioniert die Karte überall, wo dieses Netz akzeptiert wird.

Der Ablauf ist meist so:

  1. Sie bezahlen mit der Karte, kontaktlos, mit PIN, online oder per Smartphone.
  2. Die Umsätze werden auf Ihrem Kreditkartenkonto gesammelt.
  3. Am Ende des Abrechnungszeitraums, meist einmal im Monat, erhalten Sie eine Abrechnung.
  4. Der Betrag wird vom Girokonto eingezogen, oder Sie zahlen ihn in Raten zurück.

Zwischen Kauf und Abbuchung können mehrere Wochen liegen. Begleichen Sie die Abrechnung vollständig, ist das Geld in dieser Zeit zinsfrei geliehen.

Welche Arten von Kreditkarten gibt es?

Nicht jede Karte mit Visa- oder Mastercard-Logo ist eine Kreditkarte im engeren Sinn. Der Unterschied liegt in der Abrechnung:

KartenartSo wird abgerechnetKreditrahmenBonitätsprüfung
Charge-KarteMonatliche Abrechnung, voller Einzug vom GirokontoJaJa
Revolving-KarteMonatliche Abrechnung, Rückzahlung in Raten möglichJaJa
DebitkarteJede Zahlung wird direkt vom Konto abgebuchtNein, es zählen Guthaben und DispoWie beim Girokonto
Prepaid-KreditkarteBezahlt wird nur mit vorher aufgeladenem GuthabenNeinMeist keine Schufa-Abfrage

Die Charge-Karte ist in Deutschland die klassische Kreditkarte. Revolving-Karten sind bequem, verleiten aber dazu, Schulden über Monate mitzuschleppen. Debitkarten gehören bei vielen Banken zum Girokonto und werden ähnlich wie Kreditkarten akzeptiert, aber nicht überall.

Daneben gibt es Karten für bestimmte Zielgruppen: Studierendenkarten mit niedrigem Rahmen, Geschäftskarten für Firmen und Selbstständige, Partnerkarten für Familienmitglieder und Karten mit Bonusprogramm, die Punkte, Meilen oder Cashback gutschreiben. Ein Bonusprogramm lohnt sich nur, wenn der Wert der Prämien die Jahresgebühr übersteigt.

Wer wegen negativer Schufa-Einträge keine klassische Karte erhält, findet Hinweise auf der Seite Kreditkarten ohne Schufa. Eine Alternative ohne Kreditrahmen ist eine Prepaid-Kreditkarte.

Kosten einer Kreditkarte

Die Kosten stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis des Herausgebers. Achten Sie vor allem auf diese Posten:

  • Jahresgebühr: Viele Karten kosten eine feste Gebühr pro Jahr. Andere sind ohne Grundgebühr erhältlich, manchmal nur mit Girokonto oder Mindestumsatz.
  • Fremdwährungsentgelt: Für Zahlungen in einer anderen Währung als Euro berechnen viele Herausgeber einen prozentualen Aufschlag. Zahlungen in Euro innerhalb der EU dürfen dagegen nicht mehr kosten als im Inland.
  • Bargeldabhebung: Abheben am Automaten kostet oft eine Gebühr, dazu kann ein Entgelt des Automatenbetreibers kommen.
  • Teilzahlungszinsen: Zahlen Sie die Abrechnung nicht vollständig, fallen Zinsen auf den offenen Betrag an.
  • Weitere Entgelte: etwa für eine Ersatzkarte, eine Partnerkarte oder Mahnungen.

Ein Tipp für Reisen: Bietet Ihnen ein Automat oder ein Kartenterminal im Ausland an, gleich in Euro abzurechnen, wählen Sie besser die Landeswährung. Die Umrechnung vor Ort ist oft teurer als die Ihres Kartenherausgebers.

Zinsen und Mindestzahlung bei der Teilzahlung

Bei einer Revolving-Karte müssen Sie jeden Monat nur einen Mindestbetrag zahlen, etwa einen festen Prozentsatz der offenen Summe. Auf den Rest berechnet der Herausgeber Zinsen. Den effektiven Jahreszins dafür finden Sie im Vertrag. Die Teilzahlung ist bequem, aber in der Regel teurer als ein Ratenkredit.

Beispiel: Sie haben 1.000 Euro offen, der angenommene effektive Jahreszins liegt bei 15 Prozent. Zahlen Sie jeden Monat nur 3 Prozent der offenen Summe, mindestens 20 Euro, dauert die Rückzahlung rund 65 Monate, und es fallen knapp 400 Euro Zinsen an. Zahlen Sie stattdessen 100 Euro im Monat, ist der Betrag nach elf Monaten getilgt, die Zinsen liegen dann bei rund 70 Euro. Zins und Mindestbetrag sind frei gewählt.

Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Karte automatisch auf Teilzahlung eingestellt ist. Bei vielen Revolving-Karten können Sie die vollständige Abbuchung als Standard wählen.

Kreditkarte beantragen: Voraussetzungen und Ablauf

Für eine Kreditkarte mit Kreditrahmen verlangen Herausgeber in der Regel:

  • ein Mindestalter von 18 Jahren,
  • einen Wohnsitz in Deutschland und ein Girokonto als Referenzkonto,
  • ein regelmäßiges Einkommen,
  • eine ausreichende Bonität, die meist über die Schufa geprüft wird.

So läuft der Kreditkartenantrag meist ab:

  1. Karten vergleichen. Überlegen Sie, wofür Sie die Karte brauchen, und vergleichen Sie Jahresgebühr, Fremdwährungsentgelt und Abrechnungsart.
  2. Antrag stellen. Den Antrag stellen Sie beim Herausgeber, meist online. Über das Kreditkarten-Antragsformular gelangen Sie zum Angebot eines Partners, bei dem Sie eine Karte beantragen können.
  3. Identität bestätigen. Das geht per Video-Ident, Post-Ident oder mit dem Online-Ausweis.
  4. Prüfung abwarten. Der Herausgeber prüft Ihre Angaben und Ihre Bonität und entscheidet über die Karte und die Höhe des Kreditrahmens.
  5. Karte und PIN erhalten. Beide kommen in der Regel getrennt per Post.
  6. Karte aktivieren. Je nach Herausgeber online, in der App oder telefonisch. Richten Sie dabei auch die Freigabe für Online-Zahlungen ein.

Machen Sie im Antrag vollständige und richtige Angaben. Fehlende oder widersprüchliche Angaben verzögern die Prüfung oder führen zur Ablehnung.

Sicher bezahlen mit der Kreditkarte

Kreditkarten sind gut gegen Missbrauch geschützt, wenn Sie einige Regeln beachten:

  • Online-Zahlungen freigeben: Zahlungen im Internet müssen Sie meist zusätzlich in der App oder mit einem Code bestätigen. Geben Sie solche Codes nie an andere weiter.
  • Phishing erkennen: Seriöse Banken fragen weder per E-Mail noch per SMS nach PIN, Kartennummer oder Freigabecodes.
  • PIN schützen: Notieren Sie die PIN nie auf der Karte und bewahren Sie sie nicht zusammen mit der Karte auf.
  • Umsätze prüfen: Kontrollieren Sie Ihre Abrechnung regelmäßig, am besten mit Benachrichtigungen in der App.
  • Ausgaben begrenzen: Ein eigenes Limit in der App oder ein niedriger Kreditrahmen schützt vor zu hohen Ausgaben.

Entdecken Sie Umsätze, die Sie nicht kennen, melden Sie diese sofort Ihrem Herausgeber und lassen Sie die Karte sperren. Für Zahlungen, die Sie nicht autorisiert haben, muss der Herausgeber den Betrag grundsätzlich erstatten. Melden Sie solche Buchungen so früh wie möglich und erstatten Sie bei Betrug zusätzlich Anzeige bei der Polizei.

Karte oder Ratenkredit: Was passt wofür?

Eine Kreditkarte ist zum Bezahlen gedacht, nicht zum Finanzieren. Sie eignet sich für

  • Reisen, Hotels und Mietwagen, bei denen oft eine Kaution über die Karte hinterlegt wird,
  • Einkäufe und Buchungen im Internet,
  • kurzfristige Ausgaben, die Sie mit der nächsten Abrechnung begleichen.

Für größere Anschaffungen, die Sie über Monate abzahlen möchten, ist ein Ratenkredit meist die bessere Wahl. Er hat eine feste Rate, ein festes Ende und in der Regel einen niedrigeren Zins als die Teilzahlung der Karte. Wer zum Beispiel neue Möbel für rund 5.000 Euro finanzieren möchte, findet beim 5.000 Euro Kredit eine Beispielrechnung mit verschiedenen Laufzeiten. Über unser Antragsformular können Sie unverbindlich Kreditangebote anfragen.

Haben sich auf einer oder mehreren Karten Schulden angesammelt, kann eine Umschuldung helfen: Ein günstigerer Ratenkredit löst die teure Teilzahlung ab. Wichtig ist, danach keine neuen Kartenschulden aufzubauen. Wenn Sie den Überblick verloren haben, helfen anerkannte Schuldnerberatungen von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden in der Regel kostenlos.

Häufige Fragen zur Kreditkarte

Was ist der Unterschied zwischen Kreditkarte und Debitkarte?

Bei einer Debitkarte wird jede Zahlung direkt vom Girokonto abgebucht. Eine Kreditkarte sammelt die Umsätze und rechnet sie später ab, meist einmal im Monat. Manche Autovermietungen und Hotels akzeptieren für die Kaution nur Kreditkarten.

Was passiert, wenn ich meine Kreditkartenrechnung nicht rechtzeitig bezahle?

Kann die Abrechnung nicht eingezogen werden, fallen meist Gebühren und Verzugszinsen an. Der Herausgeber kann die Karte sperren und, wenn die Forderung trotz Mahnungen offen bleibt, einen Eintrag bei der Schufa veranlassen. Melden Sie sich bei Zahlungsproblemen früh beim Herausgeber und fragen Sie nach einer Ratenvereinbarung.

Kann ich mit meiner Kreditkarte Geld abheben?

Ja, an Geldautomaten mit dem Zeichen Ihrer Kartenorganisation. Das ist aber oft teuer: Viele Herausgeber berechnen eine Gebühr, und bei manchen Karten fallen ab dem Tag der Abhebung Zinsen an. Die genauen Kosten stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Kann ich meine Kreditkarte im Ausland verwenden?

Ja, die großen Kartenorganisationen werden weltweit in vielen Geschäften, Hotels und an Automaten akzeptiert. Außerhalb des Euroraums kommt oft ein Fremdwährungsentgelt hinzu. Prüfen Sie vor der Reise, ob Zahlungen im Reiseland in Ihrer App freigeschaltet sind.

Was sollte ich tun, wenn meine Kreditkarte verloren geht oder gestohlen wird?

Lassen Sie die Karte sofort sperren, über die Hotline oder App des Herausgebers oder den Sperr-Notruf 116 116. Bei Diebstahl sollten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei erstatten. Für Missbrauch vor der Sperrung haften Sie in der Regel höchstens mit 50 Euro, sofern Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben. Nach der Sperrmeldung haften Sie grundsätzlich nicht mehr.

Kann ich mehrere Kreditkarten haben?

Ja, zum Beispiel eine Karte für den Alltag und eine für Reisen. Jede Karte mit Kreditrahmen kann aber bei späteren Kreditanträgen berücksichtigt werden, und jede kann Gebühren kosten. Behalten Sie deshalb den Überblick über alle Abrechnungen.

Wie kündige ich meine Kreditkarte?

Kündigen Sie schriftlich oder im Online-Banking beim Herausgeber und gleichen Sie den offenen Betrag aus. Eine vereinbarte Kündigungsfrist darf höchstens einen Monat betragen. Eine im Voraus bezahlte Jahresgebühr wird in der Regel anteilig erstattet. Zerschneiden Sie die Karte danach, am besten durch Chip und Magnetstreifen.

Quellen

  1. Echte Kreditkarten: So vermeiden Sie hohe Zinskosten, BaFin
  2. Kreditkarte oder Debitkarte? Das sind die Unterschiede, Verbraucherzentrale
  3. Kostenlose Kreditkarten im Internet: Vorsicht bei Werbeversprechen, Verbraucherzentrale

Abgerufen am 25. Oktober 2026.