Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Einen Ratenkredit zahlen Sie in gleichbleibenden Monatsraten aus Zins und Tilgung zurück.
- Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber die Zinskosten deutlich.
- Der effektive Jahreszins enthält alle Pflichtkosten und ist der wichtigste Wert für den Vergleich.
- Eine Restschuldversicherung ist meist freiwillig und sollte gesondert geprüft werden.
- Sie dürfen einen Ratenkredit jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen.
Ein Ratenkredit ist ein Darlehen über einen festen Betrag, das Sie in gleichbleibenden monatlichen Raten über eine vereinbarte Laufzeit zurückzahlen. Jede Rate enthält Zinsen und Tilgung, sodass der Kredit mit der letzten Rate vollständig abbezahlt ist. Weil der Sollzins meist für die gesamte Laufzeit fest ist, kennen Sie die Kosten von Anfang an. Hier beantragen Sie Ihren Ratenkredit direkt über uns.
Wunschkredit bis 7.500 € unverbindlich anfragen
So funktioniert ein Ratenkredit
Beim Ratenkredit erhalten Sie den Kreditbetrag auf einmal und zahlen danach jeden Monat dieselbe Rate. Fachleute sprechen von einem Annuitätendarlehen: Die Rate bleibt gleich, nur ihre Zusammensetzung ändert sich.
- Zinsanteil: Er wird jeden Monat auf die noch offene Restschuld berechnet. Weil die Restschuld sinkt, wird der Zinsanteil mit jeder Rate kleiner.
- Tilgungsanteil: Er verringert Ihre Schuld und wächst in dem Maß, in dem der Zinsanteil sinkt.
Beispiel: Sie leihen 10.000 € für 48 Monate zu einem angenommenen Sollzins von 6 % pro Jahr. Die Monatsrate beträgt 234,85 €. In der ersten Rate stecken 50,00 € Zinsen und 184,85 € Tilgung, in der letzten nur noch gut 1 € Zinsen. Nach der Hälfte der Laufzeit sind deshalb erst rund 4.700 € getilgt, die Restschuld liegt noch bei rund 5.300 €. Das spielt eine Rolle, wenn Sie den Kredit später ablösen oder umschulden möchten.
Die meisten Ratenkredite sind frei verwendbar. Es gibt sie auch zweckgebunden, etwa als Autokredit oder Modernisierungskredit. Dann ist der Zins oft niedriger, dafür dürfen Sie das Geld nur für den vereinbarten Zweck einsetzen.
Laufzeit und Rate: Was ein Ratenkredit insgesamt kostet
Die Laufzeit ist der wichtigste Hebel für Rate und Kosten. Je länger Sie zurückzahlen, desto niedriger ist die Rate, aber desto länger zahlen Sie Zinsen auf die Restschuld. Das Beispiel zeigt einen Kredit über 10.000 € mit einem angenommenen Sollzins von 6 % pro Jahr ohne weitere Kosten:
| Laufzeit | Monatsrate | Zinsen insgesamt | Gesamtbetrag |
|---|---|---|---|
| 24 Monate | 443,21 € | rund 637 € | rund 10.637 € |
| 36 Monate | 304,22 € | rund 952 € | rund 10.952 € |
| 48 Monate | 234,85 € | rund 1.273 € | rund 11.273 € |
| 60 Monate | 193,33 € | rund 1.600 € | rund 11.600 € |
| 84 Monate | 146,09 € | rund 2.272 € | rund 12.272 € |
Die Werte sind gerechnet und kein Angebot. Sie zeigen: Von 36 auf 84 Monate halbiert sich die Rate ungefähr, die Zinsen steigen aber auf mehr als das Doppelte. Hinzu kommt, dass manche Kreditgeber für lange Laufzeiten einen höheren Zins verlangen.
Eine Faustregel: Wählen Sie die kürzeste Laufzeit, deren Rate Sie auch dann noch sicher zahlen können, wenn eine unerwartete Ausgabe kommt. Finanzieren Sie eine Anschaffung, sollte der Kredit abbezahlt sein, bevor Sie die Sache ersetzen müssen.
Effektiver Jahreszins und Sollzins beim Ratenkredit
In jedem Kreditangebot finden Sie zwei Zinsangaben:
- Sollzins: der reine Zins auf den geliehenen Betrag, früher oft Nominalzins genannt. Aus ihm ergibt sich der Zinsanteil jeder Rate.
- Effektiver Jahreszins: Er rechnet alle Kosten ein, die Sie für den Kredit zahlen müssen, und berücksichtigt, wann Sie zahlen. Damit ist er der wichtigste Wert für den Vergleich.
Auch ohne Gebühren liegt der effektive Jahreszins etwas über dem Sollzins, weil die Zinsen monatlich verrechnet werden. Bei 6 % Sollzins und monatlichen Raten ergibt sich ein effektiver Jahreszins von rund 6,17 %. Muss zum Kredit eine bestimmte Versicherung abgeschlossen werden, gehören auch deren Kosten in den effektiven Jahreszins.
Werbung mit Zinsangaben muss ein repräsentatives Beispiel enthalten. Der dort genannte effektive Jahreszins muss so gewählt sein, dass der Anbieter ihn oder einen günstigeren voraussichtlich bei mindestens zwei Dritteln der Verträge vergibt. Vor dem Vertrag erhalten Sie außerdem die Europäischen Standardinformationen für Verbraucherkredite. Darin stehen Sollzins, effektiver Jahreszins, Gesamtbetrag und alle Kosten in einheitlicher Form, sodass Sie Angebote direkt nebeneinanderlegen können.
Bei den meisten Ratenkrediten ist der Sollzins gebunden, also für die gesamte Laufzeit fest. Variable Zinsen sind hier die Ausnahme, typisch sind sie beim Dispo und beim Rahmenkredit.
Restschuldversicherung und Kreditversicherung
Beim Abschluss eines Ratenkredits wird häufig eine Restschuldversicherung angeboten. Sie zahlt je nach Vertrag die Restschuld im Todesfall und übernimmt teils auch die Raten bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit. Das kann Angehörige entlasten, hat aber seinen Preis. Wird der Beitrag mitfinanziert, zahlen Sie darauf zusätzlich Zinsen.
Prüfen Sie vor dem Abschluss:
- Ist die Versicherung freiwillig? In der Regel ja. Ist sie Bedingung für den Kredit, müssen ihre Kosten im effektiven Jahreszins stecken.
- Welche Risiken sind abgedeckt, und welche Wartezeiten und Ausschlüsse gelten, etwa bei Vorerkrankungen?
- Haben Sie bereits eine Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, die den Kredit mit abdeckt?
- Wie hoch sind effektiver Jahreszins und Gesamtbetrag mit und ohne Versicherung?
Was eine Kreditversicherung leistet und für wen sie sinnvoll sein kann, erklärt die Seite zum Ratenschutz.
Wann ein Ratenkredit passt und wann nicht
Ein Ratenkredit eignet sich für größere Ausgaben mit bekanntem Betrag, die Sie über einen planbaren Zeitraum zurückzahlen wollen: eine Küche, ein Gebrauchtwagen, eine Renovierung oder die Ablösung teurer Schulden. Ob Sie eine solche Anschaffung in Raten finanzieren oder lieber eine Weile ansparen, hängt davon ab, wie dringend sie ist und was der Kredit kostet.
Der Unterschied zum Dispositionskredit liegt in der Rückzahlung. Der Dispo ist eine Kreditlinie auf dem Girokonto ohne feste Raten und mit variablem, meist hohem Zins. Er ist bequem für kurze Engpässe, wird aber teuer, wenn das Konto über Monate im Minus bleibt. Der Ratenkredit verlangt dagegen eine klare Tilgung und ist in der Regel günstiger.
Weniger geeignet ist ein Ratenkredit, wenn Sie noch nicht wissen, wie viel Geld Sie wann brauchen. Dann zahlen Sie womöglich Zinsen auf Geld, das ungenutzt auf dem Konto liegt. In diesem Fall kann ein Flexkredit besser passen, bei dem Sie nur abrufen, was Sie brauchen.
Auch Finanzierungen direkt im Geschäft oder Online-Shop sind meist Ratenkredite, vermittelt über eine Partnerbank des Händlers. Bei Angeboten mit null Prozent lohnt der Blick auf den Gesamtpreis und darauf, ob der Vertrag nach der Aktion in einen teureren Kreditrahmen übergeht.
Was Sie für einen Ratenkredit brauchen
Vor dem Vertrag muss der Kreditgeber Ihre Kreditwürdigkeit prüfen (§ 505a BGB). Für diese Bonitätsprüfung braucht er Angaben und Nachweise. Üblich sind:
- Personalausweis, bei einem Reisepass zusätzlich eine Meldebescheinigung
- Gehaltsabrechnungen der letzten Monate, bei Rentnern der Rentenbescheid
- Kontoauszüge, aus denen Einnahmen und regelmäßige Ausgaben hervorgehen
- Angaben zu laufenden Krediten, Leasingverträgen und anderen Verpflichtungen
- eine Selbstauskunft über Ihre finanzielle Situation
Zusätzlich fragt der Kreditgeber bei einer Auskunftei wie der Schufa an. So sieht er, ob es frühere Zahlungsprobleme gab und welche Kredite bereits laufen. Den Kreditantrag stellen Sie heute meist online. Über unser Anfrageformular können Sie unverbindlich Angebote anfragen, die Entscheidung trifft der jeweilige Kreditgeber. Nach einer Zusage unterschreiben Sie den Vertrag, häufig digital mit Identifizierung per Video oder Online-Ausweis. Anschließend wird der Betrag auf Ihr Konto ausgezahlt, und die Rückzahlung beginnt.
Häufige Fragen zum Ratenkredit
Wie hoch sind die Zinsen bei einem Ratenkredit?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Der Zins hängt von Ihrer Bonität, dem Betrag, der Laufzeit und dem allgemeinen Zinsniveau ab, und viele Kreditgeber legen ihn erst nach der Prüfung fest. Vergleichen Sie deshalb konkrete Angebote mit demselben Betrag und derselben Laufzeit anhand des effektiven Jahreszinses.
Kann ich einen Ratenkredit vorzeitig zurückzahlen?
Ja. Verbraucher dürfen einen Kredit jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen (§ 500 BGB). Bei festem Sollzins kann der Kreditgeber eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Sie ist gesetzlich auf höchstens 1 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrags begrenzt, bei einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr auf 0,5 %, und darf die Zinsen nicht übersteigen, die bis zum Ende noch angefallen wären.
Was passiert, wenn ich eine Rate nicht rechtzeitig bezahlen kann?
Es fallen Verzugszinsen und oft Mahnkosten an, und ein Zahlungsverzug kann Ihren Schufa-Score verschlechtern. Sind mindestens zwei aufeinanderfolgende Raten offen, darf der Kreditgeber unter weiteren gesetzlichen Voraussetzungen den gesamten Kredit kündigen. Melden Sie sich deshalb frühzeitig und fragen Sie nach einer Stundung oder Ratenpause.
Kann ich mehrere Ratenkredite gleichzeitig haben?
Ja, das ist möglich. Jeder weitere Kredit verringert aber Ihren finanziellen Spielraum, und Kreditgeber sehen laufende Kredite in der Schufa-Auskunft. Oft ist es übersichtlicher und günstiger, mehrere Kredite zu einem zusammenzufassen.
Kann ich einen Ratenkredit auch als Selbstständiger erhalten?
Ja, viele Kreditgeber vergeben Ratenkredite auch an Selbstständige und Freiberufler. Weil das Einkommen schwanken kann, verlangen sie meist mehr Nachweise, etwa Einkommensteuerbescheide der letzten Jahre und eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung. Manche setzen voraus, dass die Selbstständigkeit schon eine gewisse Zeit besteht.
Gibt es eine Altersgrenze für die Beantragung eines Ratenkredits?
Einen Kreditvertrag können Sie allein erst ab 18 Jahren abschließen. Eine gesetzliche Höchstgrenze gibt es nicht, manche Kreditgeber begrenzen aber die Laufzeit oder das Alter bei Vertragsende. Für Rentnerinnen und Rentner zählt vor allem, ob die Rente die Rate dauerhaft trägt.
Kann ich einen Ratenkredit für die Umschuldung nutzen?
Ja. Mit einem neuen Ratenkredit können Sie teurere Kredite oder einen Dispo ablösen und zahlen danach nur noch eine Rate. Rechnen Sie mit der tatsächlichen Restschuld des alten Kredits und einer möglichen Vorfälligkeitsentschädigung. Wie eine Umschuldung Schritt für Schritt abläuft, erklärt die Serviceseite.
Quellen
- Konsumentenkredite vergleichen, BaFin
- Kredite und Darlehen: Auch beim Geldleihen lässt sich sparen, Verbraucherzentrale
- Restschuldversicherungen sind teuer und leisten nur wenig, Verbraucherzentrale
- § 16 PAngV – Verbraucherdarlehen (Angabe des effektiven Jahreszinses), Bundesamt für Justiz
- § 500 BGB – Kündigungsrecht des Darlehensnehmers; vorzeitige Rückzahlung, Bundesamt für Justiz
Abgerufen am 25. Oktober 2026.
