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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Studium finanzieren die meisten Studierenden aus einer Mischung von Eltern, BAföG, Nebenjob und gegebenenfalls Stipendium.
- Studienkredite und der Bildungskredit des Bundes sind Ergänzungen, kein Ersatz für eine solide Grundfinanzierung.
- Stipendien gibt es nicht nur für Spitzennoten, auch Engagement und Lebensweg zählen.
- Rechnen Sie Ihren monatlichen Bedarf aus Miete, Lebenshaltung, Semesterbeitrag und Material ehrlich durch.
- Jeder Kredit muss nach dem Studium zurückgezahlt werden, deshalb gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Ein Studium finanzieren Sie in Deutschland meist aus mehreren Quellen: Unterhalt von den Eltern, BAföG, Kindergeld, einem Nebenjob und, wenn möglich, einem Stipendium. Reicht das nicht, können ein Studienkredit, der Bildungskredit des Bundes oder ein Bildungsfonds die Lücke schließen. Wichtig ist, zuerst die Zuschüsse und zinslosen Angebote auszuschöpfen und Kredite nur ergänzend zu nutzen. Hier lesen Sie, welche Möglichkeiten es gibt und wie Sie Ihren Bedarf planen.
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Studium finanzieren: Ihre Optionen im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Säulen der Studienfinanzierung und was Sie dazu wissen sollten.
| Quelle | Rückzahlung | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Unterhalt der Eltern | Nein | Eltern schulden in der Regel Unterhalt für eine angemessene Erstausbildung |
| Kindergeld | Nein | Wird während der Ausbildung bis zu einer Altersgrenze gezahlt |
| BAföG | Teilweise | Bei Studierenden meist zur Hälfte Zuschuss, zur Hälfte zinsloses Darlehen mit gedeckelter Rückzahlung |
| Stipendium | Nein | Begabtenförderungswerke, Deutschlandstipendium, Stiftungen von Unternehmen und Kommunen |
| Nebenjob oder Werkstudentenstelle | Nein | Arbeitszeit und Verdienstgrenzen beachten |
| Studienkredit | Ja, mit Zinsen | Monatliche Auszahlung, Rückzahlung nach dem Studium |
| Bildungskredit des Bundes | Ja, mit Zinsen | Für Studierende in fortgeschrittenen Phasen, begrenzte Laufzeit |
| Bildungsfonds | Ja, einkommensabhängig | Rückzahlung als Anteil am späteren Einkommen |
Die genauen Beträge, Altersgrenzen und Zinssätze ändern sich regelmäßig. Aktuelle Angaben finden Sie bei den Studierendenwerken, beim Bundesbildungsministerium und bei den jeweiligen Anbietern.
Kosten und Finanzierungsbedarf analysieren
Bevor Sie über Kredite nachdenken, sollten Sie wissen, wie viel Geld Sie im Monat wirklich brauchen. Typische Posten sind:
- Miete: meist der größte Posten, stark abhängig von Stadt und Wohnform.
- Lebenshaltung: Lebensmittel, Kleidung, Handy, Freizeit.
- Versicherungen: Krankenversicherung, sobald die Familienversicherung endet, eventuell Haftpflicht.
- Semesterbeitrag: enthält oft ein Semesterticket und den Beitrag fürs Studierendenwerk.
- Studiengebühren: an staatlichen Hochschulen meist keine, an privaten Hochschulen teils hohe Gebühren.
- Lernmaterial: Laptop, Bücher, Software, Exkursionen.
- Rücklage: für Reparaturen, Umzug oder Prüfungsphasen ohne Nebenjob.
Beispiel mit frei gewählten Zahlen: Miete 450 Euro, Lebenshaltung 350 Euro, Krankenversicherung 130 Euro, Semesterbeitrag umgerechnet 50 Euro, Material und Sonstiges 70 Euro. Das ergibt einen Bedarf von 1.050 Euro im Monat. Diesem Bedarf stellen Sie gegenüber, was Sie aus Unterhalt, BAföG, Kindergeld und Job erhalten.
Staatliche und private Fördermöglichkeiten
BAföG
BAföG ist die staatliche Ausbildungsförderung. Ob und in welcher Höhe Sie es erhalten, hängt vor allem vom Einkommen Ihrer Eltern, Ihrem eigenen Einkommen und Vermögen sowie Ihrer Wohnsituation ab. Für Studierende ist es in der Regel zur Hälfte ein Zuschuss und zur Hälfte ein zinsloses Darlehen, dessen Rückzahlung begrenzt ist. Stellen Sie den Antrag auch dann, wenn Sie unsicher sind, denn nur so erfahren Sie Ihren Anspruch.
Stipendien
Stipendien vergeben die Begabtenförderungswerke, viele Stiftungen, Unternehmen und Hochschulen. Das Deutschlandstipendium wird an den Hochschulen selbst vergeben und unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt. Neben Noten zählen oft gesellschaftliches Engagement, besondere Lebenswege oder ein bestimmter Studiengang. Viele Studierende bewerben sich gar nicht, weil sie sich keine Chancen ausrechnen.
Nebenjobs
Ein Nebenjob bringt Geld und Berufserfahrung. Werkstudentenstellen im eigenen Fachgebiet sind besonders wertvoll. Achten Sie darauf, dass der Job das Studium nicht verzögert und dass Sie die Verdienstgrenzen für BAföG, Familienversicherung und Kindergeld im Blick behalten.
Studienkredit und Bildungskredit: das Studium mit Krediten finanzieren
Ein Studienkredit zahlt Ihnen meist monatlich einen festen Betrag aus, ähnlich einem Gehalt. Nach dem Studium und einer Karenzzeit beginnt die Rückzahlung. Angeboten werden solche Kredite von der staatlichen Förderbank KfW und von einigen Banken und Sparkassen. Der Bildungskredit des Bundes richtet sich an Studierende in fortgeschrittenen Studienphasen und wird nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt.
Darauf sollten Sie achten:
- Zins: Ist er fest oder variabel? Ein variabler Zins kann während der langen Laufzeit steigen.
- Auszahlung: Wie hoch ist der Monatsbetrag, und können Sie ihn anpassen?
- Karenzzeit: Wie lange nach dem Abschluss müssen Sie noch nicht tilgen? Laufen Zinsen in dieser Zeit weiter?
- Rückzahlung: Welche Rate ist später fällig, und sind Sondertilgungen kostenlos?
- Gesamtschuld: Wie viel schulden Sie am Ende inklusive Zinsen?
Ein Bildungsfonds funktioniert anders. Sie zahlen nach dem Studium über eine bestimmte Zeit einen vereinbarten Anteil Ihres Einkommens zurück. Wer später gut verdient, zahlt mehr, wer weniger verdient, zahlt weniger.
Ein klassischer Konsumentenkredit ist für die laufende Studienfinanzierung meist ungeeignet, weil die Rückzahlung sofort beginnt. Für eine einzelne Anschaffung wie einen Laptop kann ein kleiner Ratenkredit aber eine Option sein, wenn Sie ein regelmäßiges Einkommen haben. Weitere Wege, Anschaffungen zu finanzieren, finden Sie in unserer Übersicht.
Ihre Vorteile, wenn Sie die Finanzierung planen
- Weniger Stress: Wer seinen Bedarf kennt, muss nicht jeden Monat improvisieren.
- Schnellerer Abschluss: Ein gut geplantes Budget lässt mehr Zeit fürs Studium.
- Weniger Schulden: Wer Zuschüsse ausschöpft, braucht später weniger Kredit.
- Bessere Entscheidungen: Sie erkennen früh, ob ein Job, ein Umzug oder ein Stipendium nötig ist.
Häufige Fragen zu Studium finanzieren
Wie hoch kann ein Studienkredit sein?
Das legt jeder Anbieter selbst fest. Üblich sind monatliche Auszahlungen bis zu einer Obergrenze über eine begrenzte Anzahl von Semestern. Beantragen Sie nur so viel, wie Sie nach Abzug aller anderen Quellen wirklich brauchen.
Welche Unterlagen werden für einen Studienkredit benötigt?
In der Regel ein Ausweis, die Immatrikulationsbescheinigung und teils Leistungsnachweise. Manche Anbieter verlangen zusätzlich eine Schufa-Auskunft oder Angaben zu anderen Einkünften. Die genaue Liste nennt der Anbieter im Antrag.
Wann beginnt die Rückzahlung eines Studienkredits?
Meist nach dem Ende der Auszahlungsphase und einer Karenzzeit, die Ihnen den Berufseinstieg erleichtern soll. Während der Karenzzeit können Zinsen anfallen. Die genauen Fristen stehen im Vertrag.
Kann ich einen Studienkredit vorzeitig zurückzahlen?
Bei vielen Studienkrediten sind Sondertilgungen und eine vorzeitige Rückzahlung möglich, oft ohne zusätzliche Kosten. Prüfen Sie die Bedingungen vor Vertragsschluss. Eine vorzeitige Rückzahlung spart Zinsen.
Was passiert, wenn ich mein Studium abbreche?
Dann endet in der Regel die Auszahlung, und die Rückzahlung beginnt früher als geplant. Melden Sie einen Abbruch oder Studienwechsel sofort beim Anbieter. Beim BAföG gelten eigene Regeln für Fachrichtungswechsel.
Sind die Zinsen fest oder variabel?
Das ist je nach Anbieter verschieden. Manche Studienkredite haben einen variablen Zins, der sich regelmäßig an einen Referenzzins anpasst, andere bieten feste Zinsen. Bei variablen Zinsen sollten Sie mit steigenden Kosten rechnen.
Benötige ich einen Bürgen für einen Studienkredit?
Für viele Studienkredite ist kein Bürge nötig, weil sie gezielt für Studierende ohne Einkommen gedacht sind. Bei Krediten von Banken außerhalb spezieller Programme kann ein Bürge oder Mitantragsteller verlangt werden.






