Pferd finanzieren

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Pferd finanzieren Sie in der Regel über einen frei verwendbaren Ratenkredit, seltener über eine Ratenzahlung mit dem Verkäufer.
  • Das Pferd selbst dient Banken meist nicht als Sicherheit, entscheidend sind Einkommen und Bonität.
  • Die laufenden Kosten für Stall, Futter, Hufschmied, Tierarzt und Versicherung sind oft höher als die Kreditrate.
  • Planen Sie Rate und Unterhalt zusammen und halten Sie eine Rücklage für Tierarztrechnungen bereit.
  • Eine Ankaufsuntersuchung schützt vor teuren Überraschungen nach dem Kauf.

Ein Pferd finanzieren die meisten Käufer über einen frei verwendbaren Ratenkredit, mit dem sie den Kaufpreis beim Züchter, Händler oder privaten Verkäufer bar bezahlen. Spezielle Pferdekredite sind selten, und das Tier selbst akzeptieren Banken in der Regel nicht als Sicherheit. Entscheidend sind deshalb Ihr Einkommen und Ihre Bonität. Noch wichtiger als die Rate ist der Unterhalt: Stall, Futter, Hufschmied und Tierarzt kosten jeden Monat Geld, viele Jahre lang.

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Pferd finanzieren: Welche Wege gibt es?

Für den Pferdekauf kommen mehrere Finanzierungsformen in Frage. Sie unterscheiden sich vor allem in Flexibilität und Kosten.

WegSo funktioniert esGut zu wissen
RatenkreditBank zahlt einen festen Betrag aus, Sie tilgen in MonatsratenFrei verwendbar, auch für Ausrüstung und Anhänger
Ratenzahlung mit dem VerkäuferSie vereinbaren privat, den Kaufpreis in Teilbeträgen zu zahlenSchriftlich festhalten, wem das Pferd bis zur letzten Rate gehört
DispositionskreditÜberziehung des GirokontosNur für kleine Beträge und kurze Zeit sinnvoll, meist teuer
ErsparnisseKauf aus eigenen MittelnKeine Zinsen; Rücklage für Tierarzt trotzdem behalten
Reitbeteiligung oder PflegepferdSie teilen sich Pferd und Kosten mit dem BesitzerKein Kauf, aber ein günstiger Einstieg

Ein Ratenkredit ist für die meisten Käufer der übliche Weg. Er macht Sie beim Verkäufer zum Barzahler, was beim Preis Spielraum schaffen kann. Über unser Anfrageformular können Sie unverbindlich Angebote anfragen.

Schritt für Schritt zur Pferdefinanzierung

1. Bedarf und Budget ermitteln

Klären Sie zuerst, welches Pferd Sie suchen und was Sie sich leisten können. Rechnen Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die laufenden Kosten durch. Legen Sie fest, welchen Betrag Sie höchstens aufnehmen wollen und welche Rate dauerhaft in Ihr Budget passt, auch zusammen mit dem Unterhalt.

2. Angebote einholen und vergleichen

Vergleichen Sie mehrere Kreditangebote. Achten Sie auf den effektiven Jahreszins, den Gesamtbetrag und die Möglichkeit, Sondertilgungen zu leisten. Anfragen, die als Konditionsanfrage gestellt werden, belasten Ihre Schufa-Bewertung in der Regel nicht.

3. Bonitätsprüfung und Unterlagen

Der Kreditgeber prüft Ihre Kreditwürdigkeit. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Er holt in der Regel eine Schufa-Auskunft ein und prüft Ihre Einnahmen und Ausgaben. Halten Sie Ausweis, Gehaltsnachweise und Kontoauszüge bereit.

4. Vertrag abschließen

Lesen Sie den Kreditvertrag vollständig. Bei einem Verbraucherkredit haben Sie in der Regel 14 Tage Widerrufsrecht. Vorsicht bei Restschuldversicherungen: Sie sind meist freiwillig und können den Kredit deutlich verteuern.

5. Pferd kaufen und übernehmen

Nach der Auszahlung bezahlen Sie das Pferd. Schließen Sie einen schriftlichen Kaufvertrag ab und lassen Sie sich Equidenpass und Unterlagen zur Abstammung übergeben. Erst dann zieht das Pferd in seinen neuen Stall.

Worauf Sie achten sollten, wenn Sie ein Pferd finanzieren

Die Auswahl des richtigen Pferdes

Rasse, Alter, Ausbildungsstand und Temperament sollten zu Ihnen und Ihrem Reitniveau passen. Für Freizeitreiter ist ein ruhiges, gut ausgebildetes Pferd oft die bessere Wahl als ein junges Talent. Lassen Sie sich von einer erfahrenen Reitlehrerin, einem Trainer oder einer Tierärztin beraten. Eine Ankaufsuntersuchung durch eine unabhängige Tierarztpraxis kostet Geld, kann aber vor viel höheren Folgekosten schützen.

Die Laufzeit der Finanzierung

Die Laufzeit bestimmt Monatsrate und Gesamtkosten. Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber die Zinskosten. Eine kürzere Laufzeit kostet insgesamt weniger, belastet den Monat aber stärker. Da beim Pferd die Unterhaltskosten zur Rate hinzukommen, sollten Sie die Rate eher niedrig ansetzen und so planen, dass noch Luft für Unvorhergesehenes bleibt.

Zinssatz und Effektivzins

Der Sollzins allein sagt wenig. Der effektive Jahreszins enthält auch weitere Kosten und macht Angebote vergleichbar. Er muss bei Verbraucherkrediten angegeben werden. Zusätzlich lohnt der Blick auf den Gesamtbetrag, also die Summe aller Raten.

Sicherheiten und Bonitätsprüfung

Bei einem Ratenkredit für Privatpersonen sind meist keine gesonderten Sicherheiten nötig, wenn das Einkommen ausreicht. Das Pferd wird von Banken in der Regel nicht als Sicherheit angenommen. Bei größeren Beträgen oder knapper Bonität kann ein zweiter Kreditnehmer, etwa der Partner, die Chancen verbessern. Seien Sie misstrauisch bei Angeboten, die „Kredite ohne jede Prüfung“ versprechen und vorab Gebühren verlangen. Seriöse Vermittler tun das nicht.

Ausrüstung und Anhänger mitfinanzieren

Zum Pferd gehört mehr als das Tier. Sattel, Trense, Decken und Putzzeug kommen beim Einzug fast immer dazu, und wer selbst zu Turnieren oder zum Tierarzt fahren will, braucht womöglich einen Anhänger und ein passendes Zugfahrzeug. Ein frei verwendbarer Ratenkredit kann diese Posten mit abdecken. Prüfen Sie aber, was Sie wirklich sofort brauchen. Gebrauchte Ausrüstung in gutem Zustand ist oft deutlich günstiger, und jeder zusätzliche Euro im Kredit kostet Zinsen.

Laufende Kosten: Was ein Pferd im Monat kostet

Der Kaufpreis ist nur der Anfang. Die laufenden Kosten entscheiden, ob Sie sich ein Pferd auf Dauer leisten können. Wie hoch sie ausfallen, hängt stark von Region, Haltungsform und Gesundheit des Tiers ab.

KategorieWas dazugehörtGut zu wissen
UnterbringungStallmiete für Box, Offenstall oder WeideOft der größte Posten, stark abhängig von Region und Leistungen
Futter und EinstreuHeu, Kraftfutter, Mineralfutter, Stroh oder SpäneTeils in der Stallmiete enthalten
HufschmiedAusschneiden oder Beschlag in regelmäßigen AbständenBeschlag ist teurer als die Pflege von Barhufern
TierarztImpfungen, Wurmkuren, Zahnkontrolle, NotfälleRücklage für Koliken und Verletzungen einplanen
VersicherungenPferdehaftpflicht, OP-Versicherung, KrankenversicherungHaftpflicht ist für Halter besonders wichtig
AusrüstungSattel, Trense, Decken, PutzzeugVerschleiß und Ersatz einplanen
SonstigesReitunterricht, Kurse, Turniere, TransportJe nach Ambitionen sehr unterschiedlich

Eine einzige Tierarztrechnung kann schnell 500 € übersteigen, eine Kolik-Operation kostet ein Vielfaches davon. Eine OP-Versicherung und eine feste Rücklage sind deshalb sinnvoll.

Beispiel für eine Monatsrechnung

Beispiel mit frei gewählten Zahlen: Sie finanzieren ein Freizeitpferd mit einem Kredit und zahlen dafür 150 Euro im Monat. Stall mit Futter kostet in Ihrer Region 350 Euro, für Hufschmied, Tierarzt, Versicherungen und Ausrüstung setzen Sie zusammen 150 Euro im Monat an. Dazu kommen 50 Euro, die Sie jeden Monat für Notfälle zurücklegen. Ihre Gesamtbelastung liegt dann bei 700 Euro im Monat. Diese Summe muss neben Miete, Lebenshaltung und eigenen Rücklagen sicher in Ihr Budget passen.

Alternativen zum Kredit

Wenn die Rechnung knapp wird, gibt es Wege zum Pferd ohne großen Kredit:

  • Reitbeteiligung: Sie reiten ein fremdes Pferd regelmäßig und beteiligen sich an den Kosten.
  • Pflegepferd: Gegen Mithilfe bei Pflege und Bewegung dürfen Sie ein Pferd nutzen.
  • Ansparen: Wer den Kaufpreis anspart, zahlt keine Zinsen und hat danach mehr Spielraum für den Unterhalt.
  • Günstigeres Pferd: Ein älteres, gut ausgebildetes Freizeitpferd kostet oft weniger als ein junges Sportpferd und passt für viele Reiter besser.

Weitere Möglichkeiten, wie Sie größere Wünsche finanzieren können, finden Sie in unserer Übersicht.

Häufige Fragen zu Pferd finanzieren

Kann ich auch ein älteres oder bereits ausgebildetes Pferd finanzieren?

Ja. Bei einem frei verwendbaren Ratenkredit spielen Alter und Ausbildungsstand des Pferdes für den Kreditgeber keine Rolle, entscheidend sind Ihre Bonität und Ihr Einkommen. Für Sie selbst sind Alter und Gesundheit aber wichtig, denn sie beeinflussen Tierarztkosten und Nutzungsdauer.

Welche Unterlagen benötige ich für eine Pferdefinanzierung?

In der Regel einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, Gehaltsabrechnungen der letzten Monate, Kontoauszüge und Angaben zu bestehenden Verpflichtungen. Selbstständige legen meist Einkommensteuerbescheide vor. Welche Unterlagen genau nötig sind, teilt Ihnen der Kreditgeber mit.

Gibt es Einschränkungen bei Pferderasse oder Verwendungszweck?

Bei einem freien Ratenkredit nicht: Ob Dressurpferd, Springpferd, Westernpferd oder Freizeitpferd, der Kreditgeber finanziert Sie, nicht das Tier. Für Zucht als Gewerbe gelten andere Regeln, dann geht es um eine gewerbliche Finanzierung.

Wie schnell kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

Das hängt vom Kreditgeber und davon ab, wie vollständig Ihre Unterlagen sind. Bei Online-Krediten gibt es oft eine schnelle vorläufige Rückmeldung, die endgültige Zusage folgt nach Prüfung der Nachweise. Eine feste Frist kann niemand zusagen.

Kann ich die Finanzierung vorzeitig zurückzahlen oder Sondertilgungen leisten?

Bei Verbraucherkrediten dürfen Sie grundsätzlich jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Der Kreditgeber kann dafür unter bestimmten Bedingungen eine begrenzte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Die Einzelheiten stehen im Vertrag.

Sind die Kosten für eine Pferdeversicherung in der Finanzierung enthalten?

Nein, Versicherungen zahlen Sie in der Regel getrennt vom Kredit. Planen Sie die Beiträge für Haftpflicht und gegebenenfalls OP- oder Krankenversicherung fest in Ihr Monatsbudget ein. Eine Pferdehaftpflicht ist für Halter besonders wichtig.

Was passiert, wenn ich meine Raten nicht mehr bezahlen kann?

Melden Sie sich frühzeitig beim Kreditgeber. Oft sind Stundungen oder eine Anpassung der Raten möglich. Bleiben Zahlungen aus, drohen Mahnkosten, ein negativer Schufa-Eintrag und die Kündigung des Kredits. Eine kostenlose Schuldnerberatung hilft, wenn mehrere Zahlungen offen sind.