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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hausfrauenkredit ist ein Ratenkredit für Hausfrauen und Hausmänner ohne eigenes Erwerbseinkommen.
- Kreditgeber müssen die Rückzahlungsfähigkeit prüfen, deshalb zählt das Haushaltseinkommen.
- Meist unterschreibt der Partner als zweiter Kreditnehmer mit und haftet dann voll für die Raten.
- Ein eigenes kleines Einkommen, etwa aus einem Minijob, verbessert die Chancen.
- Seriöse Vermittler verlangen keine Gebühr vorab, auch nicht bei Krediten ohne Einkommen.
Ein Hausfrauenkredit ist ein gewöhnlicher Ratenkredit für Menschen, die sich um Haushalt und Familie kümmern und kein eigenes Erwerbseinkommen haben. Ein eigenes Kreditprodukt mit diesem Namen gibt es bei Banken kaum. Gemeint ist meist ein Kredit, den Hausfrau oder Hausmann gemeinsam mit dem verdienenden Partner aufnimmt, oder ein kleiner Kredit, der durch eigene Einnahmen wie einen Minijob gedeckt ist. Entscheidend ist immer, ob die Raten aus dem Haushaltseinkommen sicher bezahlt werden können.
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Was ist ein Hausfrauenkredit und für wen ist er geeignet?
Der Begriff Hausfrauenkredit ist alt und passt nicht mehr ganz in die Zeit. Kreditgeber bewerten Anträge nicht nach Geschlecht oder Rolle in der Familie, sondern nach Einkommen, Ausgaben und Bonität. Die Frage hinter dem Begriff ist trotzdem aktuell: Wie kommt jemand an einen Kredit, der zu Hause die Kinder betreut, Angehörige pflegt oder den Haushalt führt und deshalb keinen Lohn bezieht?
Typische Situationen sind:
- Eine Mutter in Elternzeit möchte eine Waschmaschine oder ein Auto für die Familie finanzieren.
- Ein Hausmann möchte einen eigenen Kredit, um nicht bei jeder Anschaffung auf das Konto des Partners angewiesen zu sein.
- Eine Hausfrau mit Minijob braucht einen kleinen Betrag für eine Reparatur.
- Ein Paar plant eine größere Anschaffung, und nur einer von beiden hat ein festes Gehalt.
Für kleine Beträge, etwa einen Kredit über 1.000 Euro, reicht manchmal schon ein eigenes regelmäßiges Nebeneinkommen. Für größere Summen bis hin zu 50.000 Euro braucht es in aller Regel das Einkommen des Partners im Antrag.
Voraussetzungen für einen Hausfrauenkredit
Kreditgeber in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, vor jedem Verbraucherkredit die Kreditwürdigkeit zu prüfen (§ 505a BGB). Ein Kredit ganz ohne Prüfung ist deshalb kein seriöses Angebot. Für einen Hausfrauenkredit gelten im Wesentlichen dieselben Grundvoraussetzungen wie für jeden Ratenkredit:
- Volljährigkeit: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
- Wohnsitz und Konto in Deutschland: Die meisten Kreditgeber verlangen eine Meldeadresse und ein deutsches Girokonto.
- Nachweis der Rückzahlungsfähigkeit: Ohne eigenes Gehalt geht das über das Einkommen des Partners, eigene Nebeneinkünfte, Renten, Mieteinnahmen oder Vermögen.
- Bonität: Die Schufa und andere Auskunfteien liefern Angaben zu bisherigen Krediten und Zahlungen. Wie diese Daten aussehen, zeigt der Beitrag zur Schufa-Auskunft.
- Ausweis: Für die Identifizierung brauchen Sie einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.
Ob Kindergeld, Elterngeld oder Unterhalt als Einkommen angerechnet werden, entscheidet jeder Kreditgeber selbst. Fragen Sie im Zweifel nach, bevor Sie einen Antrag stellen.
Hausfrauenkredit mit Partner, Bürge oder eigenem Einkommen
Es gibt drei übliche Wege, wie ein Hausfrauenkredit zustande kommt. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer am Ende für die Raten haftet.
| Weg | So funktioniert es | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Gemeinsamer Kredit mit dem Partner | Beide unterschreiben als Kreditnehmer, das Haushaltseinkommen zählt | Beide haften voll für die gesamte Restschuld, auch nach einer Trennung |
| Kredit mit Bürgen | Sie sind Kreditnehmerin, eine dritte Person bürgt | Der Bürge zahlt, wenn Sie ausfallen; nicht jeder Kreditgeber akzeptiert Bürgen |
| Kredit auf eigenes Nebeneinkommen | Minijob, Rente oder Mieteinnahmen tragen die Rate | Meist nur kleine Beträge und kurze Laufzeiten möglich |
Zweiter Kreditnehmer: der häufigste Weg
Am verbreitetsten ist der gemeinsame Antrag. Der verdienende Partner wird zweiter Kreditnehmer, sein Einkommen geht in die Haushaltsrechnung ein. Das ist für viele Kreditgeber der einfachste Fall, weil zwei Personen haften. Wichtig: Gemeinsam heißt gemeinsam verpflichtet. Kommt es zur Trennung, bleiben beide gegenüber dem Kreditgeber in der Pflicht, bis der Kredit getilgt ist. Was Sie untereinander vereinbaren, ändert daran nichts.
Bürgschaft durch Eltern oder Partner
Eine Bürgschaft ist seltener. Der Bürge verpflichtet sich, für Ihre Schulden einzustehen, wenn Sie nicht zahlen. Das sollte niemand aus reiner Gefälligkeit unterschreiben, denn die Haftung kann bis zur vollen Restschuld reichen.
Eigenes Einkommen aus Minijob oder Rente
Wer einen Minijob hat, eine kleine Rente bezieht oder Mieteinnahmen hat, kann einen kleinen Kredit auch allein aufnehmen. Der Kreditgeber rechnet aus, wie viel nach den eigenen Ausgaben übrig bleibt. Bei geringen Einnahmen reicht das meist nur für niedrige Beträge.
Kreditkonditionen im Überblick
Die Konditionen eines Hausfrauenkredits unterscheiden sich nicht grundsätzlich von denen anderer Ratenkredite. Den Zins bestimmen vor allem Bonität, Kreditbetrag und Laufzeit. Ein gemeinsamer Antrag mit einem gut verdienenden Partner kann den Zins senken, weil das Risiko für den Kreditgeber kleiner ist.
| Merkmal | Was es bedeutet |
|---|---|
| Kreditbetrag | Richtet sich nach dem Haushaltseinkommen; ohne Partner meist nur kleinere Summen |
| Laufzeit | Längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber die gesamten Zinskosten |
| Effektiver Jahreszins | Enthält Zinsen und Pflichtkosten; die Kennzahl zum Vergleichen von Angeboten |
| Bearbeitungsgebühren | Bei Verbraucherkrediten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich unzulässig |
| Sondertilgung | Bei vielen Kreditgebern möglich; Bedingungen stehen im Vertrag |
| Restschuldversicherung | Freiwillig; prüfen Sie Kosten und Leistungen genau |
Beispiel: Ein Paar finanziert gemeinsam 6.000 € über 48 Monate für ein gebrauchtes Familienauto. Die Rate wird aus dem Gehalt des einen Partners bezahlt. Fällt dieses Einkommen weg, müssen beide die Rate weiter tragen. Planen Sie deshalb einen Puffer ein, damit eine kurzfristige Lücke nicht sofort zu Zahlungsproblemen führt.
So beantragen Sie einen Hausfrauenkredit
Der Weg zum Kredit ist derselbe wie bei jedem Ratenkredit. Die Unterlagen hängen davon ab, wessen Einkommen zählt.
- Bedarf klären: Legen Sie fest, wie viel Sie brauchen und welche Rate Ihr Haushalt jeden Monat sicher tragen kann.
- Mit dem Partner sprechen: Klären Sie, ob er oder sie als zweiter Kreditnehmer mitmacht, und was das für beide bedeutet.
- Unterlagen sammeln: Gehaltsnachweise des Partners, Kontoauszüge, Nachweise über eigene Einkünfte, Ausweise.
- Angebote vergleichen: Achten Sie auf den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten. Über das Online-Antragsformular können Sie unverbindlich Angebote von Partnern anfragen.
- Prüfung und Identifizierung: Der Kreditgeber prüft Einkommen, Ausgaben und Schufa. Danach folgt die Identifizierung, zum Beispiel per Video oder in der Postfiliale.
- Vertrag unterschreiben: Erst mit dem unterschriebenen Vertrag und der Zusage des Kreditgebers wird das Geld ausgezahlt.
Nach Vertragsschluss haben Sie bei Verbraucherkrediten ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.
Risiken des Hausfrauenkredits und seriöse Alternativen
Wer kein eigenes Einkommen hat, sollte besonders genau rechnen. Fällt das Einkommen des Partners durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung weg, kann die Rate schnell zur Last werden.
Hüten Sie sich vor Anzeigen, die einen „Kredit ohne Einkommen“ oder „ohne Prüfung“ versprechen. Seriöse Vermittler verlangen keine Gebühr vorab. Wer Geld für Unterlagen, Nachnahme oder eine angebliche Bearbeitung kassiert, bevor ein Vertrag besteht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht seriös.
Je nach Anlass gibt es Alternativen:
- Ein Dispositionskredit des Partners kann kurze Lücken überbrücken, ist aber teuer und eignet sich nicht für längere Zeit.
- Ein Abrufkredit oder Rahmenkredit gibt Spielraum, wenn Sie nicht wissen, wie viel Geld Sie wann brauchen.
- Sparen und später kaufen ist bei verschiebbaren Anschaffungen oft die günstigste Lösung.
- Eine Schuldnerberatung hilft kostenlos oder günstig, wenn bereits Schulden drücken.
Häufige Fragen zum Hausfrauenkredit
Kann ich einen Hausfrauenkredit auch als alleinstehende Person beantragen?
Ja, sofern Sie eigene regelmäßige Einnahmen nachweisen können, zum Beispiel aus einem Minijob, einer Rente oder Vermietung. Ohne solche Einnahmen und ohne zweiten Kreditnehmer wird es schwierig, weil der Kreditgeber die Rückzahlungsfähigkeit prüfen muss. Ein Bürge kann eine Möglichkeit sein.
Welche Nachweise werden benötigt, wenn ich kein eigenes Einkommen habe?
Meist die Gehaltsnachweise und Kontoauszüge des Partners, der als zweiter Kreditnehmer unterschreibt. Dazu kommen Nachweise über eigene Einkünfte wie Rente, Minijob oder Mieteinnahmen. Welche Unterlagen genau gefragt sind, steht im Antrag des jeweiligen Kreditgebers.
Ist ein Hausfrauenkredit teurer als ein klassischer Ratenkredit?
Nicht unbedingt. Der Zins hängt von der Bonität aller Kreditnehmer und vom Haushaltseinkommen ab. Mit einem gut verdienenden zweiten Kreditnehmer kann der Zins genauso niedrig sein wie bei anderen Ratenkrediten.
Haftet mein Partner, wenn ich die Raten nicht zahle?
Wenn er als zweiter Kreditnehmer unterschrieben hat, ja, und zwar für die gesamte Restschuld. Das gilt auch nach einer Trennung oder Scheidung. Bei einer Bürgschaft haftet der Bürge, wenn Sie nicht zahlen.
Wie schnell kann ich mit der Auszahlung des Kredits rechnen?
Das hängt vom Kreditgeber, der Prüfung und der Vollständigkeit Ihrer Unterlagen ab. Bei digitalem Ablauf mit Video-Identifizierung kann es wenige Werktage dauern, eine feste Zusage für einen Zeitpunkt gibt es aber nicht. Fehlende Nachweise verzögern die Auszahlung.
Kann ich den Kredit vorzeitig zurückzahlen?
Ja, Verbraucherkredite dürfen Sie jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Der Kreditgeber kann dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die gesetzlich begrenzt ist. Viele Verträge erlauben kostenlose Sondertilgungen.
Was passiert, wenn ich eine Rate nicht bezahlen kann?
Melden Sie sich sofort beim Kreditgeber, bevor Mahnungen kommen. Oft lässt sich eine Ratenpause oder eine geänderte Rate vereinbaren. Wenn mehrere Schulden drücken, ist eine Schuldnerberatung die richtige Anlaufstelle.






