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Konjunktur, Zinsentwicklung und EZB: Wie hängen sie zusammen?

03.10.2019
Von der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem von ihr bestimmten Leitzins hat wohl jeder schon einmal gehört. Schwieriger wird es bei der Frage, wie genau die EZB damit die allgemeine Zinsentwicklung von Banken steuert und die Konjunktur im Euro-Raum beeinflusst. Wir erklären die wichtigsten Zusammenhänge und Mechanismen, die Sie als Anleger kennen sollten.

 

"Wie beeinflusst der europäische Leitzins eigentlich die Zinsen von Banken und damit auch meine Anlagen?" So manche Anleger haben sich diese Frage bereits gestellt. Die einfachste Antwort darauf lautet: Der Leitzins betrifft Sie als Anleger an sich nur indirekt. Er gibt nämlich an, zu welchem Zinssatz sich Banken bei der EZB Geld leihen können. Das hat im Umkehrschluss aber auch Folgen für Ihre Anlage. Denn der Leitzins ist die wichtigste Orientierungshilfe, nach denen Banken ihre Zinsen bemessen.

 

Was ist der Leitzins?

 

Der Leitzins ist das wichtigste Steuerungselement der Europäischen Zentralbank.
Die EZB ist die unabhängige Zentralbank der 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

 

Unterschieden wird dabei zwischen dem sogenannten Einlagenzinssatz, dem Hauptrefinanzierungssatz und dem Spitzenrefinanzierungssatz. Für Sie als Anleger ist besonders der Hauptrefinanzierungssatz, der umgangssprachlich auch als Leitzins bezeichnet wird, von Bedeutung. Seit März 2016 befindet sich dieser auf dem historischen Tiefstand von 0,0%. Zum Vergleich: Vor der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 befand sich der Leitzins noch bei über 4,0%.

 

Warum ändert die EZB den Leitzins?

 

Mit dem Leitzins verfolgt die EZB verschiedene Ziele. In erster Linie geht es darum, die Preise im gesamten Euro-Raum stabil zu halten und eine Inflation vorzubeugen. Ihr Geld soll also möglichst nicht an Wert verlieren. Seit längerem verfolgt die EZB aber noch ein anderes Ziel: Sie will die Wirtschaft bzw. die Konjunktur in Europa kräftig ankurbeln.

 

Welche Auswirkungen hat der Leitzins auf das Sparen und die Konjunktur?

 

Im Grunde ist der Mechanismus, den die EZB verfolgt, recht simpel:
Ein niedriger Leitzins hat zur Folge, dass sich Banken einerseits günstig Geld leihen können. Andererseits erhalten sie für "geparktes" Geld jedoch nur niedrige Zinsen.
Dasselbe gilt im Umkehrschluss für Sie als Kunde. Während sich Kreditnehmer über günstige Konditionen freuen, müssen sich Sparer mit kleineren Renditen begnügen.

 

So ist die aktuelle – und voraussichtlich noch länger anhaltende - EZB-Geldmarkt-Schwemme der passende Zeitpunkt, um relativ zinsstarke Festgeld-Angebote zu nutzen. Als Rezept gegen die Niedrigzinsphase erweist sich die Sberbank Direct mit dem Festgeldkonto, das bis zu 1,1% Zinsen p.a. bietet.

 

Für die Konjunktur hat diese Niedrigzinspolitik extreme Vorteile. Weil Europas Wirtschaft in vielen Bereichen seit längerem schwächelt, will die EZB die Konjunktur ankurbeln. Durch günstige Kredite sollen Marktteilnehmer dazu veranlasst werden, Investitionen in den Markt zu tätigen.

 

Welche Schwierigkeiten gibt es?

 

Experten sind sich über dieses Vorgehen uneins. Kritiker bemängeln, dass die Niedrigzinspolitik dazu führen könne, dass gewisse Märkte künstlich übersättigt würden und Spekulationsblasen entstünden.

 

Ein Beispiel: Wegen der niedrigen Zinsen investieren viele Anleger in den Immobilienmarkt. Das führt auf Dauer dazu, dass die dortigen Preise rasant steigen. Sollte diese Blase irgendwann "platzen" und die Preise in den Keller gehen, stehen viele Anleger vor einem Problem.

 

Zusätzlich kommt die Schwierigkeit hinzu, dass es innerhalb des Euro-Raums viele verschiedene Länder mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft gibt. Während schwache Regionen vom niedrigen Zinsniveau profitieren, befürchten starke Länder wie Deutschland, dass ihr Geld durch die niedrigen Zinsen an Wert verliert.

 

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