Aktuelle Meldungen

RSS

Finanzbegriff des Monats: Zinsen

08.05.2019

Einmal im Monat stellen wir unseren „Finanzbegriff des Monats“ vor. Unser Ziel ist es, Ihnen als Leser grundlegende Begriffe und Abläufe der Finanzbranche fundiert und verständlich näherzubringen. Diesen Monat richten wir unseren Blick auf den Begriff „Zinsen“.

 

Die Geschichte der Zinsen reicht bis mehrere Jahrtausende vor Christus zurück und trotzdem prägen sie heute nach wie vor wichtige Teile unserer Gesellschaft. Während im altertümlichen Babylon etwa der Marktzins bekannt war, taucht der Begriff der Zinsen heute vorrangig in der Finanzwirtschaft auf. Einschlägige Lexika definieren Zinsen als Entgelt für die Überlassung von Kapital oder Sachen über einen bestimmten Zeitraum.

 

Die typische Konstellation

 

Vereinfacht gesagt kennen wir Zinsen heute vor allem aus Geldgeschäften. Die Konstellation besteht meistens aus zwei Vertragsparteien: einem Geldinstitut und einem Kunden. Eine der Seiten bezahlt den Zins als Preis, für die andere Seite gilt der Zins als Gewinn. Dabei sollten Sie grundsätzlich zwei wichtige Formen unterscheiden:

  • Sind Sie als Kunde in der Rolle des Sparers, das heißt, Sie überlassen Ihr Geld für einen bestimmten Zeitraum der Bank (zum Beispiel wie beim Tagesgeld oder Festgeld der Sberbank Direct), erhalten Sie die Zinsen als Gewinn und hoffen natürlich auf einen hohen Zinssatz.
  • Sind Sie als Kunde in der Rolle des Kreditnehmers, leihen Sie sich von der Bank für einen bestimmten Zeitraum Geld (zum Beispiel beim Sofortkredit der Sberbank Direct). In diesem Fall sind die Zinsen der Gewinn der Bank, Sie als Kreditnehmer sollten auf möglichst niedrige Zinsen achten.

 

Wie werden Zinsen festgelegt?

 

Die Festlegung von Zinsen funktioniert nach komplexen Mechanismen und Faktoren. Im Folgenden beschreiben wir deshalb nur drei der wichtigsten Einflussgrößen und ihr Zusammenwirken:

  • Angebot und Nachfrage: Auch beim Zinssatz spielt das berühmte Prinzip eine wichtige Rolle. Investiert zum Beispiel eine große Zahl an Unternehmen und nimmt dementsprechend Kredite auf, steigt der Zins. Nimmt die Nachfrage ab, senkt sich der Zinssatz dementsprechend.
  • Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB): Angebotene Zinssätze orientieren sich auch immer am vorgegebenen Leitzins der EZB. Dieser bewegt sich seit einiger Zeit gegen Null. Die EZB will mit diesen günstigen Zinsen bezwecken, die Wirtschaft zu Investitionen anzukurbeln. Weil sich Banken bei der EZB Geld leihen, geben sie diesen günstigen Zinssatz weiter.
  • Bonität des Schuldners: Im Einzelfall spielt auch die Bonität des Schuldners eine Rolle. Können Sie als Kunde zum Beispiel eine gute Bonität nachweisen (Ihre Bonität können Sie über den Schufa-Score erfahren), besteht für die Bank ein geringeres Risiko eines Zahlungsausfalls. Der angebotene Zinssatz verringert sich dementsprechend.

 

Welche verschiedenen Zinsarten gibt es?

 

Zins ist nicht gleich Zins. Damit Sie sich im Begriffsgeflecht der verschiedensten Zinsarten zurechtfinden, erläutern wir Ihnen die wichtigsten Arten und ihre Funktion:

 

  • Leitzins: Wird in Europa von der EZB festgelegt und ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken (Kreditinstitute) bei Zentralbanken refinanzieren können.
  • Sollzins: Auch Nominalzins genannt – der Sollzins beschreibt diejenigen Zinsen, die vom Kreditnehmer an den Kreditgeber gezahlt werden. Ein Begriffsverwandter ist der Effektivzins, der noch zusätzliche Faktoren wie Bearbeitungsgebühren u.a. mit einberechnet.
  • Habenzins: Der Zins, der von der Bank an den Sparer bei Guthaben, wie z.B. bei Tagesgeld oder Festgeld, gezahlt wird.
  • Zinseszins: Die Zinsen (z.B. Habenzins) auf eine Geldanlage werden in der darauffolgenden Periode erneut verzinst: dieser Effekt wird Zinseszins genannt.
  • Realzins: Hier wird die Inflationsrate von den Zinsen abgezogen.

 

Wie werden Zinsen berechnet?

 

Für die Zinsberechnung spielt neben dem Spar- oder Kreditbetrag und der Laufzeit auch der Zinsintervall eine Rolle. In vielen Fällen werden die Zinsen per anno (p.a.), also pro Jahr, ausbezahlt. Die Sberbank Direct bietet Ihnen mit dem Zinsrechner ein einfaches Tool, um Ihre persönlichen Zinsen auszurechnen.

 

Beim Festgeldkonto ergibt sich folgendes Beispiel (Stand: Mai 2019):

 

Bei einem Sparbetrag von 25.000 €, einer Laufzeit von 36 Monaten und dazugehörigen Zinsen von 0,90% p.a. ergibt sich ein Zinsgewinn von 675,00 €. Der Gesamtbetrag nach 36 Monaten liegt bei 25.675,00 €. Für Ihren individuellen Sparbetrag und Ihre gewünschte Vertragslaufzeit können Sie ihre Zinsen mit dem Zinsrechner ganz einfach berechnen. Die Sberbank Direct bietet den Zinsrechner auch beim Tagesgeldkonto sowie beim Sofortkredit an.

RSS
Fragen & Antworten E-Mail Kontakt Hotline
© 2019 Sberbank Direct, Sberbank Europe AG, Zweigniederlassung Deutschland
Diese Website verwendet sogenannte „Cookies“, um die Benutzerfreundlichkeit sicherzustellen. Wenn Sie diese Website nutzen, erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr zum Thema Cookies und Datenschutz erfahren Sie auf unserer Seite zum Datenschutz.