Tagesgeld: Vorbereiten auf die Trump-Tage

15.11.2016
‘Game changer‘ oder ‘business as ususal‘? Nach der Präsidentschaftswahl in den USA ist für die Wirtschaft noch alles offen. Zwar versprach Donald Trump seinen Wählern ein umfassendes Konjunkturprogramm, Einzelheiten gab er aber noch nicht bekannt. Sparer sollten auf Nummer sicher gehen.  

Im Vorfeld hatten viele Ökonomen einen Börsencrash vorausgesagt, sollte Donald Trump die Präsidentschaftswahl gewinnen. Aber wie so viele Prognosen in letzter Zeit hatte sich auch diese als komplett falsch herausgestellt. Der Dow Jones kletterte in den Tagen danach sogar auf einer ‘Trump-Welle‘ auf ein Rekordhoch.

Im Nachhinein sind auch Experten bekanntlich immer schlauer und erklärten das Kursfeuerwerk mit dem versöhnlichen Ton, den Donald Trump in seiner ersten Rede nach der gewonnenen Wahl angeschlagen hatte. Genau darin liegt aber auch der größte Unsicherheitsfaktor: Wie wird die neue US-Wirtschaftspolitik aussehen? Seine bisherigen Aussagen zur Steuer-, Handels- und Investitionspolitik sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie einerseits nur sehr ungenau formuliert sind, andererseits oft nur ein minimales Haltbarkeitsdatum haben. Ganz im Sinne von Adenauers ‘Geschwätz von gestern‘ ändert Trump seine Meinung des Öfteren. Und: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.


’It´s the economy, stupid’


Bill Clinton, Ehemann der jetzt geschlagenen Hillary Clinton, triumphierte 1992 gegen den damaligen Amtsinhaber George Bush mit seinem Fokus auf die damals angeschlagene US-Wirtschaft. Sein Campaign-Spruch ’It´s the economy, stupid’, hat sich längst ins nationale Gedächtnis eingebrannt. Trump brach in seinem Wahlkampf zwar mit allerlei Konventionen, sein Wahlspruch ’Make America great again’ wurde aber vornehmlich wirtschaftsbezogen verstanden. Und zwar stark nationalistisch, als Kampfansage an die globalisierte Wirtschaftselite.

Um den Jobmotor in angeschlagenen Branchen der verarbeitenden Industrie anzuschmeißen, plant Trump wohl unter anderem Strafzölle gegen starke Exportnationen und Handelshemmnisse. Gepaart mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm soll Amerika wieder großartig werden. Ob das alles finanzierbar ist, und wie es umgesetzt werden soll, steht aktuell noch in den Sternen.


Steigen die Zinsen wieder?


Eine weitere Unbekannte ist die künftige Entwicklung des US-Leitzins‘. Neben seinen Widersachern im Wahlkampf bekam auch Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), ihr Fett weg. Trump kritisierte die Niedrigzinspolitik und warf Yellen vor, auf Druck Obamas den Leitzins künstlich niedrig zu halten. Yellen solle sich dafür "schämen", was sie dem Land antue. Gut möglich, dass der künftige US-Präsident Druck ausüben wird, um das Zinsniveau wieder anzuheben.

Wie viel Spielraum er dabei haben wird, ist fraglich. Sein Investitionsprogramm lässt sich ohne Neuverschuldung kaum realisieren. Dabei will er gleichzeitig die Staatsschuldenlast von fast 19 Billionen Dollar abbauen und zudem noch umfangreiche Steuersenkungen für Konzerne und Normalverdiener durchsetzen. Nichts weniger als die größte ‘Steuer-Revolution‘ seit Präsident Ronald Reagan werde geplant.


Pläne sind das Eine. Wie wird es umgesetzt?


Wie Trump seine  Ankündigungen umsetzen will, ist derzeit noch unbekannt. Sicher ist nur: Internationale Abkommen, die den Handel oder globalen Umweltschutz regeln, stehen alle auf dem Prüfstand und könnten gekippt werden. Prognosen sind aber nahezu unmöglich, weil es zu Trumps Politik keine Erfahrungswerte und keinen Track-Record gibt.

Privatanleger und Sparer können sich dennoch vorbereiten. Statt sich mit seinen Investitionen jetzt schon festzulegen, sollte ein Teil möglichst flexibel einsetzbar bleiben, um schnell reagieren zu können. Die beste Alternative dafür: Tagesgeld.

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